Székesfehérvár

Székesfehérvár, eine der ältesten ungarischen Städte, wurde am Knotenpunkt natürlicher Straßen, auf den Hügeln eines Sumpfgebietes erbaut, das gut zu verteidigen war. 972 errichtete Fürst Géza an diesem strategisch wichtigen Punkt seinen Herrensitz und erbaute hier um 997 die erste Steinkirche der Ungarn, die auch als Begräbnisstätte diente.

Zu einem wirklich bedeutenden Zentrum entwickelte sich die Stadt unter König Heiliger Stephan I., der hier seine Privatkirche – die spätere Krönungskirche – errichtete.

Stephan der Heilige verlieh Székesfehérvár den Titel der freien königlichen Stadt und die damit verbundenen Privilegien, wodurch sich die Stadt von den anderen Ortschaften hervorhob. Auch sein Sohn, Herzog Imre (Emmerich) wurde in Székesfehérvár geboren.

Unser König und Staatsgründer Stephan der Heilige wurde hier bestattet.

In der Stadt befand sich der königliche Thron und wurden die Krönungsutensilien aufbewahrt, hier waren auch die Schatzkammer und das Landesarchiv untergebracht.

43 unserer Könige wurden in der Stadt gekrönt und außer Stephan wählten noch acht Könige des Árpádenhauses und sieben Könige unterschiedlicher Königshäuser die Krönungskirche in Székesfehérvár zu ihrer letzten Ruhestätte.

Heute findet man  nur noch die Ruinen dieses einst auch im europäischen Vergleich mit beachtenswerten Dimensionen erbauten Gebäudes vor. Der Ruinengarten im Herzen der Innenstadt versetzt die Besucher zurück ins Mittelalter und verkündet die Erhabenheit der einstigen Krönungsstadt.

Der Bischofspalast am Ruinengarten wurde aus den Steinen der einstigen Krönungskirche erbaut.

In der Mitte des des Rathausplatzes ist der Reichsapfel zu sehen, dessen Inschrift „Durch das Wohlwollen des Königs Heiliger Stephan ist Fehérvár eine freie Stadt”, zeugt vom Stolz der Stadtbewohner.

Die rieseigen Türme der Bischofskathedrale wurden noch von Béla IV. erbaut. Später wurde dann hier die in eine Silberherme eingefasste Kopfreliquie des Heiligen Stephans aufbewahrt, die zusammen mit den anderen Schätzen der Kirche heute im Museum der Diözese von Székesfehérvár besichtigt werden kann.

Ebenfalls aus dem Mittelalter stammt die Unterkirche der Kathedrale mit den Gräbern von König Béla III. und seiner Frau Anna von Antiochia.

Wer die virtuosen Werke der bildenden Kunst aus der späten Barockzeit liebt, sollte der Seminarkirche und der Zisterzienserkirche einen Besuch abstatten.

Nach der Verwüstungen der Türkenherrschaft erlebte Székesfehérvár im 18.-19. Jahrhundert eine neue Blütezeit. Die Innenstadt bewahrte ihre mittelalterliche Straßenstruktur und wurde hauptsächlich von Barockkirchen sowie Häusern und Palais im Rokoko- und Zopfstil geschmückt. In ihren Mauern blühte das Bildungswesen und auch das geistig-kulturelle Leben. Zu dieser Zeit wurde hier das erste aus Stein erbaute Theater des Landes, das Vörösmarty-Theater, errichtet.

Diese kulturellen Aktivitäten können die Besucher dieser Stadt auch jetzt noch spüren. Auch heute noch ist Székesfehérvár einzigartig reich an künstlerischen Werten, Werken der bildenden Kunst und Sehenswürdigkeiten. Hier können die Besucher Steinfunde aus der Römerzeit, Sarkophage, Ziegel mit Stempel und Monogrammen (Ausstellungen des Museums König Stephan der Heilige), Werke der bildenden Kunst (Städtische Galerie, Bildergalerie Csók István und Neue Ungarische Bildergalerie), oder auch die Sammlungen phantastisch gearbeiteter Porzellanpuppen („Hetedhét” Spielzeugmuseum) entdecken.

Die kulturellen Veranstaltungen bieten in jeder Jahreszeit niveauvolle und interessante Programme.

Die kürzlich abgeschlossene Rekonstruktion von zwei Denkmälern in der Stadt erinnert an die Welt des bürgerlichen Fehérvárs. Die komplette Renovierung des aus drei Blöcken bestehenden Hiemer-Font-Caraffa Hauses  auf dem Városház Platz wurde 2011 abgeschlossen.

Das 1905 im Jugendstil gebaute Árpád Bad, das die unvergeßliche Atmosphäre der Epoche ausstrahlt, ist ein echtes Juwel von Székesfehérvár.

Die Uhren spielen eine ganz besondere Rolle im Leben der Stadt: die traumhaften Blumenkompositionen der Zahlen auf dem farbenprächtigen Zifferblatt der Blumenuhr zeigen die genaue Uhrzeit an und beim Uhrenspiel der Stadt treten die bekannten Figuren und symbolischen Gestalten der ungarischen Geschichte täglich ab 10.00 vormittags alle zwei Stunden mit Musikbegleitung auf.

Die kühlen, schattigen Haine und Seen in der Nähe der Innenstadt bieten Entspannung und halten neue Sehenswürdigkeiten bereit. Im Hain Zichy befinden sich der zum Milleneum errichtete Musikpavillon,  ein Heilwasser spendender Brunnen mit Glockenspiel und ein kleiner See zum Bootfahren. Im Grünbereich der Stadt ist der wildromantische Baggersee zu finden. Nicht weit davon befindet sich das am Rande der Stadt auch als Aussichtspunkt dienende Denkmal der Goldenen Bulle, die an der Stelle ihrer Verkündigung im Jahre 1222 aufgestellt wurde.

Als sonderliches Bauwerk der Stadt gilt die Bory-Burg. Die romantische Ritterburg des 20. Jahrhunderts ist das Werk des Architekten und Bildhauers Jenő Bory. Er baute die Burg anhand seiner eigenen Pläne ganz allein 36 Jahre lang bis zu seinem Tode – und zwar zum Gedenken an die Liebe zu seiner Gattin, die  als Malerin tätig war. Außer den unzähligen Werken des Künstlerehepaars kann man in der Bildergalerie auch ihre wertvolle Sammlung von Werken aus dem Bereich der bildenden Kunst besichtigen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Székesfehérvár zu einer der bedeutendesten Sportstädte des Landes. In vier Mannschaftssporarten ist Székesfehérvár in der Spitzengruppe der ungarischen Oberliga vertreten: in Fußball, Eishockey, Männer-Basketball, Frauenhandball.

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